Saros

Saros

5.25

✓ Was uns gefällt

  • 🟢 Visuell sehr inspirierend
  • 🟢 Verfeinert im Vergleich zu Returnal
  • 🟢 Ein fesselndes zentrales Geheimnis
  • 🟢 Shooter-Mechaniken

✕ Was uns nicht gefällt

  • 🔴 Flache Nebencharaktere
  • 🔴 Die Erzählung wirkt zeitweise fragmentiert.
  • 🔴 Nur wenige Behandlungsmöglichkeiten verfügbar

Seien wir ehrlich, nach dem Meisterwerk der Frustration und des Vergnügens, das Returnal darstellte, lagen die Erwartungen an Housemarques neues Projekt irgendwo zwischen ’Ich will noch einmal sterben“ und ”Bitte, macht es menschlicher“.

Mit Saros, Das finnische Studio hat sich entschieden, nicht auf Nummer sicher zu gehen, sondern die klassische Arcade-Formel weiterzuentwickeln und etwas Filmisches und Raffiniertes daraus zu machen. Wir haben die PC-Version nicht getestet, da wir uns auf die PS5 Pro konzentrieren, aber der Eindruck ist der einer Erfahrung, die den Geist alter Arcade-Produktionen mit der technischen Qualität heutiger Spiele verbindet.

Der König in Gelb im Weltraum

Die Geschichte entführt uns nach Carcosa, einem Planeten Tausende von Lichtjahren vom Sonnensystem entfernt, wohin der mächtige (und ausgesprochen feindselige) Soltari-Konzern das Echelon-IV-Team entsandt hat. Wir, die Spieler, schlüpfen in die Rolle von Arjun Devraj, gespielt vom phänomenalen Rahul Kohli, der den Wandel von stoischer Entschlossenheit zu schleichender Psychose perfekt verkörpert, während er versucht, das Schicksal der drei vorherigen Expeditionen zu ergründen. Arjun ist ein Executor, der mit der Bergung des Lucenits beauftragt ist, doch er wird auch von tiefen persönlichen Motiven angetrieben, als er den flüsternden Worten einer Frau durch die Ruinen einer unbekannten außerirdischen Zivilisation folgt.

Die Handlung ist stark vom kosmischen Horror und den Werken Robert William Chambers' beeinflusst und verwandelt den Planeten in eine riesige Rätselkiste, die mithilfe von Umgebungsbeschreibungen und wirren Audioaufzeichnungen geknackt werden muss. Auch wenn die Nebenfiguren mitunter wie Kanonenfutter wirken, bleibt die Geschichte eine faszinierende Charakterstudie, verwoben mit dem Geheimnis uralter Magie und einer ausgesprochen düsteren Konzernmission.

Der Rhythmus der Schüsse, die herabregnen

Das Herzstück von Saros ist ein nahezu perfektes Bewegungs- und Kampfsystem: Arjun bewegt sich mit makelloser Präzision durch Horden biomechanischer Gegner (vorausgesetzt, man beherrscht es). Im Gegensatz zum eher ausweichenden Ansatz von Returnal belohnt Housemarque hier Aggressivität: Blaue Treffer können mit dem Schild absorbiert werden, um Kraftwaffen aufzuladen, oder rote Treffer können pariert werden, wenn der richtige Zeitpunkt erwischt wird. Der Spielfortschritt wird über die Rüstungsmatrix gesteuert, einen umfangreichen permanenten Fertigkeitenbaum (zum Glück deutlich großzügiger als früher), in den Lucenit und Serenit investiert werden können, um Werte wie Widerstandsfähigkeit zu verbessern oder den entscheidenden Vorteil „Zweite Chance“ freizuschalten. Falls es zu schwierig wird, gibt es Carcosianische Modifikatoren, mit denen der Schwierigkeitsgrad zwischen Schutzmissionen und Prüfungen feinjustiert werden kann. Allerdings finden wir es seltsam, dass diese erst nach dem Besiegen der ersten beiden Bosse freigeschaltet werden, als ob man aufgeben sollte, wenn man nicht gut genug ist, um diese Bosse zu erreichen.

Ein biomechanischer Triumph

Technisch gesehen handelt es sich um ein wahres Performance-Monster, das fast durchgehend 60 Bilder pro Sekunde garantiert und dank PSSR auf der PS5 Pro eine Bildschärfe der Extraklasse bietet. Die künstlerische Gestaltung verwandelt Carcosa in ein visuelles Festmahl, das von sonnenverbrannten Ruinen bis hin zu architektonischen Meisterwerken aus schwarzem Marmor reicht. Sonnenfinsternis-Effekte lassen die Landschaft in einen atemberaubenden, Lovecraft'schen Albtraum schwelgen. Die Audioabteilung nutzt die 3D-Technologie meisterhaft, um den Spieler in eine Klanglandschaft aus metallischen Drones und elektronischen Klängen eintauchen zu lassen, die den Puls in den intensivsten Kämpfen beschleunigt. Der DualSense-Controller wird intelligent eingesetzt: Adaptive Trigger steuern den Alternativfeuermodus, und das haptische Feedback lässt dich jede noch so kleine Vibration der Welt spüren – ein umfassendes Sinneserlebnis, das definitiv nichts für schwache Nerven ist.

Sterben und wiederholen

Alles in allem hat uns Saros sehr gut gefallen, obwohl ich normalerweise kein großer Fan von endlosen Wiederholungen bin, selbst wenn das in Saros durchaus zutrifft. Housemarque hat es geschafft, alles deutlich zu verfeinern im Vergleich zu Returnal und ein Spiel zu erschaffen, das die Zeit des Spielers respektiert und ein Gefühl ständigen Fortschritts vermittelt, das dem Vorgänger fehlte. Die Schönheit von Carcosa und die präzise Steuerung machen jedes Scheitern zu einer wertvollen Lektion, anstatt einfach nur ein Grund zu sein, den Controller aus dem Fenster zu werfen. So wird das Überleben zu einer Gewohnheit, die man sich zwischen den farbenprächtigen Explosionen aneignet.

Die Geschichte um die Nebencharaktere bleibt zwar etwas im Hintergrund, und ein paar zusätzliche Zwischensequenzen hätten uns gutgetan, um nicht jedes einzelne Logbuch lesen zu müssen, doch die Sehnsucht nach dem verfluchten Planeten ist ungebrochen. Das Spiel vereint den Charme klassischer Arcade-Automaten mit den Möglichkeiten moderner Hardware und ist damit ein absolutes Muss für alle, die pure Action und ein fesselndes Mysterium suchen.

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Dave

Chefredakteur von Joypad, Sie finden ihn auch in sozialen Netzwerken @MrPipistro

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