Tod und Disco
✓ Was uns gefällt
- 🟢 Ein originelles Beat'em Up
- 🟢 Unendlicher Wiederspielwert mit eigener Musik und individuellen Herausforderungen
- 🟢 Eine riesige Roadmap
✕ Was uns nicht gefällt
- 🔴 Die Kamera ist nicht immer perfekt
Wer über zwanzig Jahre Erfahrung in der Videospielbranche hat und beschließt, ein unabhängiges Studio zu gründen, um im Action-Genre etwas wirklich Herausragendes zu schaffen, geht ein Risiko ein; eine Revolution zu versprechen und sie dann auch zu liefern, ist eine schwierige Aufgabe. Mit Dead as Disco scheint es den Entwicklern von Brain Jar Games jedoch gelungen zu sein, das Beat-'em-up-Genre neu zu beleben und es in ein Erlebnis zu verwandeln, das von Rhythmus, Spektakel und visueller Identität lebt.

Kämpfe zum Klang der Musik
In Dead as Disco steht das BPM nicht nur für das Tempo des Soundtracks, sondern scheint fast für “Fights Per Minute” (Kämpfe pro Minute) zu stehen. Jeder Kampf bewegt sich im Takt und verwandelt Schlägereien und Kombos in spektakuläre Choreografien, die an die Energie und Übertreibung der großen Actionfilme der 90er erinnern. Man stürmt die Tanzfläche, folgt dem Beat und teilt Schläge aus wie in einem verrückten Musikvideo, wo jeder Schlag, jede Ausweichrolle und jeder Konter Teil des Spektakels wird. Charlie Disco ist von den Toten auferstanden und, bewaffnet mit seinen unzertrennlichen Drumsticks, bereit, sich an seinen ehemaligen Bandkollegen zu rächen. Diese übertriebene Rückkehr gibt sofort den Ton für das gesamte Abenteuer an: verrückt, laut und unglaublich stylisch.

Präzise getimte Schläge, perfekte Kombos, Ausweichmanöver in letzter Sekunde und rhythmisch synchronisierte Paraden ergeben ein Kampfsystem, das sich unmittelbar anfühlt und gleichzeitig überraschend technisch anspruchsvoll ist. Im Laufe des Spiels schaltest du neue Spezialfähigkeiten und Anpassungsmöglichkeiten frei, mit denen du Charlie an deinen eigenen Spielstil anpassen kannst. Die Möglichkeit, in speziellen Modi deine eigene Musik zu verwenden, sorgt für ein wahrhaft spektakuläres und wiederspielbares Erlebnis. All das wird von klassischen Beat-'em-up-Abschnitten mit seitlich scrollenden Sequenzen begleitet, in denen Horden von Feinden die Bühne überrennen und jede Arena in ein wildes Konzert aus Neonlichtern, Riffs und im Takt der Musik ausgeführten Schlägen verwandeln.

Sobald man richtig in den Spielablauf eingetaucht ist, lässt es einen nicht mehr los. Kampf um Kampf fragt man sich immer wieder: “Wie aufregend ist dieses Spiel bitte?” Mit seiner spektakulären Grafik, den flüssigen Animationen, dem Neon-Look und seinem ganz eigenen Charme vermittelt Dead as Disco ein Spielgefühl, das man bei Indie-Produktionen selten findet. Die akribische Choreografie, das rasante Tempo der Action und die extrem starke künstlerische Identität lassen das Projekt viel größer wirken, als man es von einem Indie-Studio erwarten würde, und können es mitunter locker mit deutlich teureren AAA-Produktionen aufnehmen.

Ab auf die Tanzfläche und lass es krachen!
Die Spielmodi bieten umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten, mit denen sich durch Modifizierung der Gegnerwellen, des Kampftempos und sogar der Musik für jeden Kampf individuelle Herausforderungen gestalten lassen. Diese Wahlmöglichkeiten erhöhen den Wiederspielwert enorm und sorgen dafür, dass sich jedes Spiel vom vorherigen unterscheidet. Die Story-Level und insbesondere die Bosskämpfe wirken wie interaktive Musikvideos: Neonlichter, ständig wechselnde Kulissen, psychedelische Effekte und choreografierte Kämpfe im Takt des Soundtracks verwandeln jeden Kampf in ein atemberaubendes audiovisuelles Spektakel. Selbst die Dialoge tragen dank ihres durchgehend ironischen und übertriebenen Tons zur Persönlichkeit des Abenteuers bei. Charlie lässt nach jedem Kampf keine Gelegenheit aus, seine ehemaligen Bandkollegen zu verspotten und unterstreicht so die rebellische Rockstar-Atmosphäre, die das gesamte Spiel durchzieht. Nach ihrer Niederlage kehren die ehemaligen Bandmitglieder zum Haupttreffpunkt zurück: der Crew-Bar, die komplett neu aufgebaut werden muss. Hier kann der Spieler neue Fähigkeiten freischalten, Sammelobjekte erhalten und das Spielerlebnis schrittweise verbessern. Außerdem gibt es eine kleine Managementkomponente, die den Rhythmus der Kämpfe auflockert, ohne den Spielfluss jedoch jemals wirklich zu verlangsamen.

Die Entwickler haben bereits eine umfangreiche Roadmap veröffentlicht und damit größere Updates in den kommenden Monaten angekündigt. Diese beinhalten neue Bosse, zusätzliche Spielmodi, bisher unveröffentlichte Inhalte sowie Einzel- und Mehrspieleroptionen. Diese Unterstützung unterstreicht das Vertrauen von Brain Jar Games in das Projekt und dessen Wachstumspotenzial während der Early-Access-Phase. Doch schon jetzt bietet Dead as Disco eine Fülle an Inhalten und eine Gesamtqualität, die viele andere Spiele in voller Länge nur schwer erreichen. Das Kampfsystem funktioniert, die Action ist rasant, die Bosskämpfe sind spektakulär und der Grafikstil ist durchweg beeindruckend. Es ist eines dieser Spiele, das in jedem einzelnen Kampf Energie und Persönlichkeit vermittelt und die Leidenschaft des Entwicklerteams sofort spürbar macht.
Steam-Link:https://store.steampowered.com/app/3404260/Dead_as_Disco/
