Sony WF-1000XM6

Sony WF-1000XM6

✓ Was uns gefällt

  • 🟢 Natürlicher und warmer Klang
  • 🟢 Sehr stabile Bluetooth-Verbindung
  • 🟢 10-Band-Equalizer
  • 🟢 Klare Anrufe

✕ Was uns nicht gefällt

  • 🔴 Edgy House
  • 🔴 Schaumstoff-Ohrstöpsel sind nicht für jeden geeignet
  • 🔴 Nahezu nutzlose räumliche Merkmale

Wir sind bei der sechsten Generation dessen angelangt, was für viele einen der absoluten Maßstäbe in der Welt der kabellosen Ohrhörer darstellt. Sony lässt sich Zeit, und das merkt man: Über zwei Jahre vergingen seit dem Marktstart des Vorgängermodells, bevor die WF-1000XM6 vorgestellt wurden.

Wir hatten die Gelegenheit, für die offizielle Produkteinführung nach Belgien, genauer gesagt zum Daft Studio, zu fliegen. Es war eine sehr aufschlussreiche Erfahrung, denn das persönliche Gespräch mit den Technikern und Ingenieuren, die direkt an der Entwicklung beteiligt sind, ermöglicht es, zu verstehen, wie viel Arbeit in jedem einzelnen Millimeter Kunststoff und Silikon steckt.

Trotz starker Konkurrenz von Apple, Samsung und Bose (um nur drei zu nennen) scheint Sony entschlossen, seinen Weg fortzusetzen – den der ständigen Weiterentwicklung statt rein ästhetischer Revolutionen. Das Ergebnis ist ein Produkt, das großen Wert auf Klangqualität legt, obwohl es nach wie vor einige ergonomische Eigenheiten aufweist, die mittlerweile zur DNA der japanischen Marke gehören.

Erneuerte Technik

Unter der Haube verbergen sich zahlreiche technische Innovationen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht sofort ersichtlich sind. Das Herzstück des Systems ist der neue QN3e HD-Geräuschunterdrückungsprozessor, ein Chip, den Sony direkt vom preisgekrönten WH-1000XM6 (der Over-Ear-Version) übernommen hat, um die komplexen Zusammenhänge der insgesamt acht Mikrofone – vier pro Ohrhörer – zu bewältigen.

Daneben ist der integrierte Prozessor V2 verbaut, der für die 32-Bit-Audioverarbeitung weiterentwickelt wurde – ein bedeutender Fortschritt gegenüber den 24 Bit der Vorgängergeneration. Dies führt zu einer deutlich verfeinerten Signalverarbeitung und Dynamik. Die 8,4-mm-Treiber wurden mit einer Soft-Edge-Struktur für eine verbesserte Basswiedergabe und einer steiferen Mittelkalotte für klare Höhen neu gestaltet.

In puncto Konnektivität bietet der Kopfhörer Bluetooth 5.3, das die Codecs LDAC, AAC, SBC und den neuesten LC3-Standard für LE Audio unterstützt. Zudem ist er mit Auracast für öffentliche Rundfunkübertragungen kompatibel. Die interne Antenne wurde im Vergleich zum XM5 um das Eineinhalbfache vergrößert. Dieses technische Detail trägt zu einer stabilen Verbindung selbst an Orten mit schwachem Funkempfang bei, wie beispielsweise in großen Bahnhöfen, Flughäfen oder belebten Gegenden. Die angegebene Akkulaufzeit beträgt rund 8 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung. In unseren Tests erreichten wir jedoch 10 Stunden, was zeigt, dass Sony die offiziellen Angaben eher konservativ angesetzt hat.

Neue Häuser

Das Design markiert eine deutliche Abkehr von der glänzenden, abgerundeten Form des XM5. Sony kehrt zu einer eckigeren Form zurück, die dank der komplett matten Oberfläche einen deutlich besseren Halt bietet. Eine kleine Erhebung an der Seite sorgt für zusätzlichen Halt und verhindert, dass die Kopfhörer wie Kugeln vom Kopf fliegen – ein Problem, das beim Vorgängermodell zwar nicht häufig, aber durchaus vorkam. Die Vergrößerung des Volumens wirkt sich jedoch auf das Ladecase aus: Es ist höher und kantiger als zuvor, und obwohl es oben und unten flach ist, um kabelloses Laden zu ermöglichen, passt es im Vergleich zu den geschwungeneren Formen der Konkurrenz nicht so gut in Hosentaschen.

Die neue Sound Connect App wurde überarbeitet und bietet nun endlich eine detaillierte Einstellung des 10-Band-Equalizers. Damit lässt sich der Klang deutlich präziser anpassen als mit dem alten 5-Band-Equalizer. Die 360°-Soundfunktion erwies sich als völlig nutzlos, da die großen Streaming-Dienste nur wenige Inhalte unterstützen. Auch der Hintergrundmusikmodus, der Umgebungsgeräusche simulieren soll, ist nicht überzeugend. In der Praxis führt er lediglich dazu, dass der Klang zu weit von den Ohren entfernt ist. Das hervorragende Quick Attention-System ist weiterhin vorhanden. Durch Abdecken des linken Ohrhörers lässt sich die Lautstärke blitzschnell reduzieren – eine der praktischsten und cleversten Funktionen, die Sony je entwickelt hat.

Ich höre zu

Kommen wir nun zum eigentlichen Hörerlebnis: Der Klang der XM6 ist schlichtweg exzellent. Sie zeichnen sich durch eine Natürlichkeit und Wärme aus, die sie überdurchschnittlich hervorheben – vermutlich ebenfalls ein Ergebnis der Feinabstimmung in den Aufnahmestudios von Sony Music. Verglichen mit den XM5, die nun fast schon kraftlos wirken, bieten die neuen Modelle eine beneidenswerte Klangfülle, ohne jemals dröhnend zu klingen.

Die Instrumententrennung ist sehr gut, und die Klangbühne ist so weitläufig, dass man sich nie eingeengt fühlt. Der QN3e-Chip leistet gute Arbeit bei der Geräuschunterdrückung, insbesondere bei der Dämpfung von Stimmen und mittelfrequenten Störgeräuschen. Die Gesprächsqualität hat uns positiv überrascht: Die KI-gestützten Beamforming-Mikrofone und der Knochenleitungssensor isolieren Stimmen sehr gut, sodass sie für den Gesprächspartner kristallklar sind, selbst wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist oder an einer Bushaltestelle im Wind wartet. Ein Kritikpunkt bleibt jedoch die Passform für Menschen mit kleinen Ohren; die großzügige Größe und die proprietären Schaumstoff-Ohrstöpsel können nach einer halben Stunde Tragezeit ein unangenehmes Druckgefühl verursachen.

Befördert!

Die Sony WF-1000XM6 sind ab sofort in der Schweiz zum Preis von 249 CHF erhältlich. Das ist zwar ein stolzer Preis, aber absolut angemessen angesichts der gebotenen technischen Qualität und überraschend günstig im Vergleich zu anderen internationalen Märkten. Dieses Produkt setzt voll auf ausgereifte Technik: Die Verbindungsstabilität ist makellos, die Klangqualität ist erstklassig und die Gesprächsqualität hält endlich, was der Name verspricht. Besitzer der XM5 werden die technischen Neuerungen (obwohl vorhanden) möglicherweise nicht sofort zum Kauf bewegen, es sei denn, sie haben konkrete Probleme. Für alle anderen, insbesondere für diejenigen, die von drei oder vier Jahre alten Modellen umsteigen, ist der Sprung deutlich spürbar. Sony hat das Konzept der Kopfhörer nicht revolutioniert, aber alle technischen Details verfeinert (was leider zu einigen zu vielen Kanten am Gehäuse geführt hat), um – laut dem japanischen Konzern – die beste Klanginterpretation im Jahr 2026 zu liefern.

 

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Dave

Chefredakteur von Joypad, Sie finden ihn auch in sozialen Netzwerken @MrPipistro

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