Roborock Qrevo Curv 2 Flow
✓ Was uns gefällt
- 🟢 15N Druckwalzenwäsche
- 🟢 Unnötiges Waschen vermeiden
- 🟢 Überschreitet die Schwellenwerte von 2 cm
- 🟢 Hervorragende Reinigungsleistung
✕ Was uns nicht gefällt
- 🔴 Der Seifenspender fehlt
- 🔴 Starrer LiDAR-Turm
- 🔴 Lautes Trocknen
Für einen Reinigungsroboter reicht einfaches Staubsaugen nicht mehr aus; wir erwarten jetzt von unserem treuen Gefährten, dass er den Boden so schrubbt, als hätte er die Muskelkraft eines Menschen, dem gründliches Reinigen am Herzen liegt.

Roborock hat mit dem Qrevo Curv 2 Flow die Antwort auf die Nachfrage gefunden. Das Gerät verzichtet auf herkömmliche Rotationsmopps und setzt stattdessen auf die erste selbstentfettende SpiraFlow-Wischwalze. Dieses Debüt zielt klar auf das Premiumsegment ab und versucht, den Listenpreis von 1.200 CHF mit einer Ausstattung zu rechtfertigen, die selbst Rechenzentren neidisch machen würde.

Sturmtruppen-Wohnzimmer
Das Design ist so typisch Star Wars wie kaum ein anderes: ein schlankes, weißes Gerät, das an einen Stormtrooper-Helm erinnert – sehr elegant und mit seinen Abmessungen (45 x 45 x 45 cm) nicht zu klobig. Unter der Haube steckt die gewohnte Roborock-Power: 20.000 Pa HyperForce-Saugkraft, die in unseren Tests Popcorn, Staub unter dem Bett und Fruchtsaft vom Boden mühelos verschlang.

Der eigentliche Star ist jedoch die SpiraFlow-Walze. Anders als Tücher, die den Schmutz nur verteilen, besprüht dieses System die Walze permanent mit sauberem Wasser, während eine Abstreifklinge das Schmutzwasser entfernt und in den internen 3-Liter-Tank leitet. Das Ergebnis? Die glänzendsten Holzböden, die wir je von einem Saugroboter gesehen haben. Einziger Nachteil: die Höhe. Der fest installierte LiDAR-Turm bringt den Roboter auf 11,9 cm Höhe, wodurch er manche niedrige Sofas nicht reinigen kann, die andere, schlankere Modelle mit weniger als 10 cm Höhe problemlos bewältigen. Und nein, der Turm lässt sich nicht absenken wie bei anderen aktuellen Geräten.

Test auf dem… Boden
Wir haben die Walze mit allem Möglichen getestet – von Kaffee-, Popcorn- und Sojasaucenflecken bis hin zu Ketchupflecken. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Anpressdruck von 15 N (entspricht etwa 1,5 kg tatsächlichem Druck auf dem Boden) macht bei eingetrockneten Flecken einen deutlichen Unterschied und reinigt wesentlich besser als selbst die Dreame Aqua10 Walze, unser bisheriger Referenzwert. Allerdings bemerkten wir mit den Standardeinstellungen Streifenbildung (diese lästigen Wasserstreifen). Um dies zu beheben, erhöhen Sie einfach den Wasserdurchfluss in der App von 5 auf mindestens 20 von 30, um eine optimale Abdeckung zu erzielen.

Der Curv ist in puncto Mobilität ein echtes Kraftpaket: Dank seines AdaptiLift-Fahrgestells überwindet er mühelos Stufen und Schwellen bis zu 2 Zentimeter Höhe und löst damit endlich das Problem hoher Türschwellen zwischen Räumen. Er eignet sich hervorragend für Teppichböden und hinterlässt selbst an den Rändern keine Feuchtigkeit.

Software & KI
Die Roborock-App ist stets sehr umfangreich und ermöglicht präzise Einstellungen. Die LiDAR-Kartierung erfolgt schnell, und ganz wichtig: Der Roboter speichert die Karte intern, was die Stabilität auch bei WLAN-Problemen gewährleistet. Besonders gut gefiel uns das intelligente Zyklusmanagement: Ist die Wischwalze bereits ausreichend feucht und sauber, startet der Roboter den Reinigungsvorgang nicht neu, sondern fährt mit der nächsten Aufgabe fort. Dadurch werden Ausfallzeiten drastisch reduziert.

Die Multifunktionsstation 4.0 wäscht die Walze bei 75 °C (ideal für Fett) und trocknet sie bei 55 °C. Das Geräusch beim Entleeren des Staubbehälters ist akzeptabel, die Trocknungsphase hingegen deutlich hörbar; es ist zwar nicht so laut wie ein Föhn, aber ein wahrnehmbares Brummen (ca. 45 dB), das einige Stunden anhält. Was uns nicht gefallen hat? In dieser Preisklasse ist das Fehlen eines separaten Seifenspenders (die Seife muss manuell in den 4-Liter-Frischwassertank dosiert werden) und eines ausziehbaren Arms für die Seitenbürsten spürbar, wodurch in den Ecken Krümel zurückbleiben.

Fazit
Der Roborock Qrevo Curv 2 Flow ist die ideale Wahl für alle, deren Zuhause überwiegend aus Fliesen oder anderen nicht-hölzernen Oberflächen besteht (Wasser allein könnte Parkett auf Dauer beschädigen) und die Wert auf eine gründliche Reinigung legen, die ihrem Namen alle Ehre macht. Er ist ein unermüdlicher Helfer, der sich nie verfährt und umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten bietet – vorausgesetzt, man akzeptiert ein paar kleinere technische Mängel (der fehlende Reinigungsmitteltank hat uns angesichts der ansonsten hervorragenden Leistung am meisten gestört) und die KI-Navigation, die manchmal zu kleine Objekte ignoriert.

