Sony INZONE M10S II
✓ Was uns gefällt
- 🟢 Mini-Standfuß
- 🟢 OSD-Menü löschen
- 🟢 Sehr geringe Reflexionen
- 🟢 750 Hz... absurd!
✕ Was uns nicht gefällt
- 🔴 Verwaschene 720p-Auflösung
- 🔴 Eingebaute Lautsprecher fehlen
- 🔴 Kein USB-C-Anschluss
Hochwertige Gaming-Monitore haben uns an Zahlen gewöhnt, die bis vor wenigen Jahren noch als völlig unvorstellbar galten, insbesondere angesichts des rasanten Aufstiegs der OLED-Technologie in diesem Bereich. Während früher für alle, die Wert auf maximale Geschwindigkeit legten, ein TN-Panel mit blassen Farben und miserablen Betrachtungswinkeln die naheliegende Wahl war, hat sich die Situation heute komplett umgekehrt.

Und genau in diesem Kontext hat Sony beschlossen, mit dem INZONE M10S II, einem 27-Zoll-Flachbildschirm, seinen Trumpf auszuspielen. Dieser Monitor ist keine Einheitslösung und schon gar nicht einfach nur ein weiterer Bildschirm für die Konsole im Wohnzimmer. Er wurde mit einem einzigartigen, fast schon obsessiven Fokus auf die Welt des E-Sports und blitzschnelle Reaktionen entwickelt.

Unter der Motorhaube
Das Herzstück dieses Monitors ist ein 26,5 Zoll großes 16:9-OLED-Panel mit einer nativen QHD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln – eine Wahl, die wir nach wie vor für die ideale Balance beim Computerspiel halten. Die wirklich beeindruckenden technischen Daten zeigen sich bei den Bildwiederholraten: Über DisplayPort 2.1 unterstützt der Monitor eine native Frequenz von 540 Hz, während man über HDMI 2.1 mit 480 Hz vorliebnehmen muss, was aber immer noch ein enormer Wert ist. Der absolute Clou ist jedoch die DFR-Technologie (Dynamic Frequency & Resolution), ein Dual-Mode-Modus, der über das Menü aktiviert werden kann und es ermöglicht, die Auflösung zu halbieren, um die unglaubliche Bildwiederholfrequenz von 720 Hz in HD freizuschalten.

Die beeindruckendste Kennzahl ist jedoch die Reaktionszeit von nur 0,02 ms von Grau zu Grau. Dieser Wert reduziert die Eingabeverzögerung auf ein praktisch nicht wahrnehmbares Niveau und hebt sich deutlich von der Konkurrenz mit ihren herkömmlichen 0,03-ms-Panels ab. Sony gibt eine typische Helligkeit von 335 cd/m² an, die im HDR-Modus auf einem 3%-Bildschirm sogar beeindruckende 1500 cd/m² erreicht. Dank der Unterstützung der HDR10- und HLG-Standards werden starke statische Kontraste von bis zu 1.500.000:1 erzielt. Die DCI-P3-Farbraumabdeckung erreicht 99,5% und garantiert so eine bemerkenswerte Farbtreue mit über einer Milliarde Farben. Ein im Lieferumfang jedes Geräts enthaltener Werkskalibrierungsbericht bestätigt dies zusätzlich. Selbstverständlich ist auch Kompatibilität mit NVIDIA G-Sync gegeben und VRR wird über HDMI 2.1 unterstützt, was unerlässlich ist, um Tearing zu vermeiden, wenn die Bildwiederholrate merklich schwankt. Hinzu kommt eine Anti-Flicker-VRR-Technologie, die auf mehreren Stufen eingestellt werden kann.

Angenehmes Design
Ästhetisch gefällt uns das Design sehr gut, da Sony auf einen betont minimalistischen und eleganten Look setzt. Die Bildschirmdicke beträgt ohne Standfuß nur 5,8 cm. Das ergonomische Highlight ist zweifellos der 4 mm dünne, runde Standfuß, der sich dank seiner geringen Stellfläche problemlos unter die Tastatur schieben lässt – ein wichtiges Detail, wenn man bedenkt, dass die Lösungen anderer Monitore in der Vergangenheit nicht immer platzsparend waren.

Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich und ermöglichen eine Höhenverstellung von 120 mm, eine horizontale Drehung von 180 Grad in beide Richtungen sowie eine vertikale Neigung von -5 bis +35 Grad. So lässt sich die ideale Position deutlich einfacher finden. An Anschlüssen bietet das Gerät einen DisplayPort 2.1-Anschluss (UHBR13.5-Standard), zwei HDMI 2.1-Anschlüsse, einen USB-Hub mit einem USB-B-Upstream-Anschluss und zwei USB-A-Downstream-Anschlüssen sowie die klassische 3,5-mm-Kopfhörerbuchse. Auffällig ist das Fehlen von USB-C-Anschlüssen und vor allem von integrierten Lautsprechern. Sie sind daher auf ein externes Soundsystem oder Ihre Kopfhörer angewiesen.

Besondere Erwähnung verdient die Super-Antireflexions-Schutzfolie des Panels. Diese fortschrittliche, matte Beschichtung reduziert Reflexionen deutlich effektiver als herkömmliche Verfahren, ohne die typische OLED-Schärfe zu beeinträchtigen. Auch die Management-Software ist hervorragend: Das OSD-Menü ist übersichtlich und dank des praktischen Fünf-Wege-Joysticks auf der Rückseite intuitiv bedienbar. So lassen sich Funktionen wie der Bildschirmsucher, der Bildwiederholfrequenzzähler oder der Modus aktivieren, der das Bild virtuell auf 24,5 Zoll verkleinert, um den Abstand zwischen Bildschirmmitte und Bedienelementen zu verringern.

Im Spiel
Um einen Monitor dieser Klasse optimal zu nutzen, ist erstklassige Hardware unerlässlich. Denn um eine solche Bildwiederholfrequenz auszureizen, benötigt man moderne Grafikkarten, die selbst bei weniger anspruchsvollen Spielen wie Counter-Strike 2 Hunderte von Bildern pro Sekunde liefern können. Wie bereits erwähnt, liegt die eigentliche Besonderheit dieses Modells in der DFR-Technologie, einem Dual-Mode-Modus, der über das Menü aktiviert werden kann und den Wechsel zwischen QHD-Auflösung mit 540 Hz und HD-Konfiguration mit 720 Hz ermöglicht.

In unseren Praxistests mit schnellen Shootern und Zielanwendungen konnten wir den 720p-Modus tatsächlich auf bis zu 700 Hz hochfahren. Allerdings sind die visuellen Einbußen erheblich, es sei denn, man besitzt einen PC der neuesten Generation mit einer High-End-Grafikkarte, die konstant stabile FPS liefert. In 720p zu spielen bedeutet in puncto Bildschärfe einen Rückschritt, da die Treppeneffekte und der allgemeine Detailverlust selbst auf einem 27-Zoll-Bildschirm deutlich sichtbar sind. Wer jedoch einen Monitor mit genau diesen Eigenschaften sucht, hat sicherlich einen sehr speziellen Anwendungsfall dafür. Aus dieser Perspektive ist die niedrige Auflösung durchaus akzeptabel, wenn sie einen echten Wettbewerbsvorteil in Sachen flüssiger Darstellung und präziser Verfolgung beweglicher Ziele bietet.

Die Klarheit bewegter Bilder ist schlichtweg phänomenal und der Bewegungsunschärfe-Effekt ist praktisch nicht vorhanden, allerdings muss man mit der Unschärfereduzierungsfunktion vorsichtig sein, da diese, wenn sie aktiviert ist, die Bildwiederholfrequenz auf maximal 270 Hz begrenzt und damit die eigentliche Natur des Panels zunichtemacht.

Schlussfolgerungen
Der Sony INZONE M10S II erweist sich als exzellentes Produkt, richtet sich aber an eine sehr spezifische Nische: Nutzer, die bereit sind, für die aktuell höchste verfügbare Geschwindigkeit tief in die Tasche zu greifen. Dank der Farbqualität des OLED-Panels ist der Bildschirm brillant, und die Reaktionsschnelligkeit setzt neue Maßstäbe für kompetitives PC-Gaming – vorausgesetzt, die Hardwarekonfiguration stimmt. Die visuellen Kompromisse des 720-Hz-Modus und die eingeschränkte Anschlussvielfalt könnten jedoch diejenigen abschrecken, die einen vielseitigen Monitor für alltägliche Produktivität oder umfassende Multimedia-Anwendungen suchen. Wer aber ausschließlich in Ego-Shootern die Online-Bestenlisten erklimmen und einen kompromisslosen Monitor mit minimaler Latenz benötigt, sollte Sonys Angebot unbedingt in Betracht ziehen.

