ASUS ROG Swift OLED PG27AQWP-W

ASUS ROG Swift OLED PG27AQWP-W

✓ Was uns gefällt

  • 🟢 Tandem-WOLED-Panel: Rekordverdächtige HDR-Helligkeit und längere Lebensdauer
  • 🟢 Native 540-Hz-Bildwiederholfrequenz mit unübertroffener Bewegungsdarstellung
  • 🟢 Futuristisches Design mit transparenter Rückseite und exzellentem Zubehör
  • 🟢 Glänzende TrueBlack-Oberfläche, die auch bei Umgebungslicht perfektes Schwarz beibehält.

✕ Was uns nicht gefällt

  • 🔴 Vollständiges Fehlen von USB-C und KVM-Switch
  • 🔴 Der Dual-Modus mit 720 Hz führt bei den meisten Geräten zu einer übermäßigen visuellen Verschlechterung (720p).
  • 🔴 Deutlich sichtbare direkte Reflexionen aufgrund der glänzenden Oberfläche

Der Hertz-Wettstreit geht weiter, und ASUS hat beschlossen, den Markt für Gaming-Monitore mit einem Paukenschlag zu erobern. Mit dem ROG Swift OLED PG27AQWP-W hebt das taiwanesische Unternehmen nicht nur die Bildwiederholfrequenz auf ein Niveau, das bis vor Kurzem noch Science-Fiction schien, sondern führt auch eine neue Panel-Technologie ein, die die bisherigen Schwächen von OLED – Helligkeit und Lebensdauer – beheben soll.

Wir sprechen hier vom weltweit ersten Monitor, der 540 Hz bei einer Auflösung von 1440p und sogar 720 Hz im Dual-Mode-Modus erreicht. Es handelt sich um ein High-End-Produkt – hochpreisig und technisch beeindruckend –, entwickelt für die Nische der Hardcore-Gamer, für die jede Millisekunde zählt.

Transparent!

Der erste Eindruck des PG27AQWP-W ist für alle, die an die klassische GAMER-Optik mit schwarzem Kunststoff und roten Akzenten gewöhnt sind, ungewohnt. ASUS hat sich für eine deutlich elegantere und futuristischere Ästhetik entschieden, die von einem metallischen Silber-Weiß-Finish dominiert wird. Die Verarbeitungsqualität ist makellos, und die Liebe zum Detail ist bemerkenswert, beispielsweise durch die halbtransparente Rückseite. Diese Designentscheidung ermöglicht Einblicke in die internen Komponenten und die Platine und erzeugt einen ’Tech-Naked“-Effekt, der an hochwertige Elektronik der späten 90er-Jahre (wie den Game Boy) erinnert. Dadurch erhält der Monitor auch im ausgeschalteten Zustand einen einzigartigen Charakter.

Der Standfuß ist ein Metallstativ mit hohler Struktur, die das Gewicht reduziert und gleichzeitig die Stabilität gewährleistet. An der Oberseite befindet sich eine Schraubhalterung zur Befestigung einer Webcam oder eines Ringlichts – ein Detail, das wir sehr begrüßt haben. Das Wärmemanagement wurde komplett überarbeitet: Dank eines speziell entwickelten Kühlkörpers und intelligenter Luftstromführung ist der Monitor lüfterlos, wodurch störende Brummgeräusche bei nächtlichen Sessions vermieden werden. ASUS hat beim Lieferumfang nicht gespart: Die Verpackung enthält hochwertige Kabel (Ultra High Speed HDMI und DP 80 Gbit/s) sowie alles, was für die Montage benötigt wird.

Ein Blick auf die Anschlüsse zeigt jedoch, dass das Fehlen eines USB-C-Anschlusses mit Power Delivery und vor allem eines KVM-Switches ein deutlicher Mangel für ein Produkt dieser Preisklasse ist. Dies schränkt die Einsatzmöglichkeiten für Nutzer, die abwechselnd spielen und mobil arbeiten, etwas ein. Stattdessen finden sich ein DisplayPort 2.1 (UHBR20), zwei HDMI 2.1-Anschlüsse und ein USB-A-Hub.

Tandem-OLED und Subpixel

Die eigentliche Revolution ist mit bloßem Auge nicht sichtbar, aber entscheidend für die Leistung. Das verwendete Panel ist ein “Tandem”-WOLED der vierten Generation. Diese Technologie stapelt zwei Schichten emittierenden organischen Materials übereinander. Das Ergebnis ist zweifach: Zum einen erreicht es eine deutlich höhere Spitzenhelligkeit als herkömmliche WOLEDs, zum anderen reduziert es die Belastung der einzelnen Pixel bei gleicher Lichtmenge, was eine längere Lebensdauer und ein drastisch reduziertes Einbrennrisiko verspricht. Darüber hinaus hat ASUS eines der altbekannten Probleme von WOLED-Panels gelöst: die Textschärfe. Dank eines neuen Subpixel-Layouts in RGWB-Anordnung (anstelle des üblichen RWBG) und des Clear Pixel Edge-Algorithmus sind Dokumente und Webseiten deutlich schärfer und frei von den störenden Farbsäumen, die frühere Modelle plagten.

Glänzende Helligkeit

Beim Einschalten des Monitors fällt als Erstes die Oberfläche des Panels auf. ASUS verwendet eine TrueBlack Glossy-Beschichtung mit 0%-Haze. Im Gegensatz zu matten Beschichtungen, die das Licht verschmieren, oder QD-OLED-Panels, die den Schwarzwert anheben und dadurch in hellen Räumen gräulich wirken lassen, sorgt diese Oberfläche unter allen Lichtverhältnissen für ein tiefes, perfektes Schwarz und damit für einen beeindruckenden Kontrast. Der Nachteil: Das Panel wirkt wie ein dunkler Spiegel. Direktes Licht wird stark reflektiert, daher muss die Positionierung im Raum sorgfältig gewählt werden.

Die Helligkeit ist erstklassig: Im SDR-Modus erreicht der Monitor im Vollbildmodus konstant rund 330 cd/m² ohne Eingriff des Helligkeitsbegrenzers (ABL). Im HDR-Modus wurden bei kleinen Fenstern Spitzenwerte zwischen 1200 und 1300 cd/m² gemessen, wodurch Highlights und Partikeleffekte unglaublich lebendig wirken. Die Farbraumabdeckung ist vollständig und deckt 99–1001 Tp3T des DCI-P3-Farbraums ab. Die werkseitige Kalibrierung bietet einen durchschnittlichen Delta-E-Wert von unter 2 und gewährleistet so eine hohe Farbtreue selbst bei der Content-Erstellung.

540 Hz oder 720 Hz? Das Dual-Mode-Dilemma

Der PG27AQWP-W ist im Gaming-Bereich ein echtes Kraftpaket. Mit einer nativen Bildwiederholfrequenz von 540 Hz bei 1440p-Auflösung ist die flüssige Darstellung unbestreitbar und die Bewegungsdarstellung schlichtweg die beste, die derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Die Pixelreaktionszeiten sind nahezu verzögerungsfrei (0,02 ms GtG) und der Input-Lag mit nur etwa 2,29 ms extrem niedrig. Für besonders schnelle Spieler hat ASUS den Dual-Mode implementiert. Aktivierbar über eine separate Taste oder das OSD, reduziert diese Funktion die Bildauflösung auf 1280 × 720 (720p), erhöht aber gleichzeitig die Bildwiederholfrequenz auf 720 Hz.

Seien wir mal ganz ehrlich: Die Darstellung von 720p auf einem 27-Zoll-Bildschirm führt zu massiven Bildfehlern mit einem körnigen Bild, dem es an Details mangelt. Zwar verbessert sich die Bildqualität weiter, der Vorteil gegenüber 540 Hz ist jedoch minimal und nur für Elite-E-Sportler spürbar; für die große Mehrheit der Gamer lohnt sich der Auflösungsverlust nicht.

Für den durchschnittlichen Nutzer ist die ELMB-Technologie (Extreme Low Motion Blur) deutlich interessanter. Diese Funktion zur Schwarzbildeinfügung arbeitet mit 270 Hz (bzw. 120 Hz bei Konsolen) und fügt schwarze Bilder ein, um das Bewegungsbild zu verbessern. Das Ergebnis ist eine Bewegungsschärfe, die mit nativen 540 Hz vergleichbar ist, jedoch bei halbierter GPU-Auslastung – ideal für Spiele, bei denen keine stabilen 500 Bilder pro Sekunde erreicht werden können. Leider lässt sich ELMB nicht zusammen mit VRR (G-Sync/FreeSync) aktivieren und halbiert die Helligkeit. Dank der Leistung des Tandem-Panels ist das Bild aber dennoch hell genug zum Spielen.

Schlussfolgerungen

Der ASUS ROG Swift OLED PG27AQWP-W setzt neue Maßstäbe bei Gaming-Monitoren. Die Kombination aus dem neuen Tandem WOLED-Panel, der glänzenden Oberfläche und der fortschrittlichen Elektronik sorgt für ein unvergleichliches Seh- und Spielerlebnis. Der Preis ist zweifellos hochpreisig: Wir sprechen von rund 1000 CHF, womit er viele Konkurrenten übertrifft. Wer jedoch den ultimativen 1440p-Monitor sucht, der die hellste OLED-Bildqualität aller Zeiten mit einer Reaktionsschnelligkeit auf Turnierniveau vereint, findet keine bessere Option. Schade, dass Business-Funktionen wie KVM und USB-C fehlen, aber ASUS hat sich ganz klar für maximale Leistung und weniger Vielseitigkeit entschieden.

Avatar Foto
Dave

Chefredakteur von Joypad, Sie finden ihn auch in sozialen Netzwerken @MrPipistro

Artikel: 4919

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website nutzt Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.